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Warum es weise ist, eine Frau zu verehren

von Arjuna Ardagh

Vor einigen Tagen, nach einem besonders schönen Abend mit meiner Frau Chameli, schrieb ich diesen Beitrag in Facebook:

„Ich hatte viele, viele große Lehrer in meinem Leben. Einen ultimativen Reichtum. Aber niemand und nichts kommt an die Frau heran, die gerade in meinem Bett schläft. Meine Ehe wurde zu meinem Guru, der Erlösung, sie ist die Muse, der Riss, durch den das Heilige hinein scheinen kann.“

Am nächsten Morgen fand ich die üblichen liebevollen Kommentare von Menschen, die meinen Beitrag mochten. Ein Mann hatte die Verletzlichkeit und den Mut Folgendes auf Facebook zu schreiben: “Danke Arjuna, dass Du dies mit uns teilst. Ich fühle mich, als sei ich vor der Wahl zwischen einem Gefühl von Neid auf das, was Du hast und ich nicht habe, oder dem Gefühl, mich dafür zu entscheiden „ich will das auch“ und wie Du beschreibst, ist es möglich…“

Ich war berührt.

In den nächsten Tagen bekam ich verschiedene weitere Nachrichten in E-Mails oder über unsere Homepage, und sie hatten im Grunde alle eine Aussage: „Ich las Deinen Facebook-Eintrag. Auch ich will das, was Du hast. Zeige mir wie ich das erreichen kann.“

Also Freunde, hier ist es. Die Kurzanleitung dazu, „wie ehre ich eine Frau“ und warum dies das Weiseste ist, was ein Mann tun kann. Als erstes möchte ich ein paar sehr verständliche Zweifel aus dem Weg räumen. Und glaube mir, mir sind all diese Zweifel vertraut.

1. “ Ich bin verwundet und angeknackst in meiner Beziehung zum Weiblichen“
Genau das bin ich auch, lieber Bruder, das bin ich auch. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich vier Jahre alt war, und zwar auf eine sehr hässliche Art. Ich wuchs mit meiner Mutter auf. Sie gab ihr Bestes, um für mich da zu sein, aber sie war unglücklich und unsicher. Als ich selbst als Teenager begann, Beziehungen zu Frauen einzugehen, entdeckte ich, dass ich einen Berg von Zurückweisungen, Ängsten und Trennung in meinen Beziehungen zum Weiblichen hatte.
2. “Arjuna, Du hast Glück, Du hast eine unglaubliche Partnerin. Ich bin mit einer Frau zusammen, die nicht wie Chameli ist.“
Ich habe keine ultimative Antwort darauf. Es scheint sicherlich so, dass ich sehr viel Glück hatte, diese großartige Partnerin gefunden zu haben. Aber ich kann euch sagen, wie es dazu kam. Ich hatte eine Vielzahl nicht so glücklicher Verbindungen in meinem Leben. Ich habe meinen Teil der manipulativen Seite des Weiblichen erlebt: das Opfer, die Wütende, die Rachsüchtige. Einige Wochen bevor ich meine Frau Chameli traf, hat sich etwas Tiefgreifendes in mir verändert. Und ich bin davon überzeugt, dass sich dieser Wandel genauso in jedem anderen Menschen auch vollziehen kann.

3. “Ich habe keinen Partner, und manchmal zweifle ich daran, ob ich jemals jemanden finden werde.“

Mit einem Partner zusammen zu sein, mit dem keine Verehrung fließt, oder mit keinem Partner zusammen zu sein, sind im Prinzip zwei Aspekte der gleichen Situation: du hattest eine Ahnung von den Möglichkeiten der tiefen Liebe und du willst mehr davon. Die Lösungen sind die gleichen.

4. “Ich fühle, dass mein Herz verschlossen ist. Ich lebe viel in meinem Kopf und ich wüsste nicht einmal, was Verehrung ist, wenn sie um 2:00 Uhr morgens in mein Haus einbrechen würde und mir eine Kanone an den Kopf halten würde.“
An diesem Punkt beginnt das Ganze für jeden von uns: wenn wir zu realisieren beginnen, dass wir noch nicht wissen wie man liebt. Und dies ist die große Frage, die du stellen musst, Bruder:“ Ist das in Ordnung für mich?“. Egal wie viel Geld du verdienst, wie viele Freunde du auf Facebook hast, egal wie schön das Haus ist, in dem du lebst oder wie groß der Wagen ist, den du fährst, egal wie beeindruckend der Brustumfang deiner Partnerin ist oder wie viel du meditierst und spirituell wirst… hast du wirklich geliebt? Hast du ganz und ohne Verteidigungsmechanismen geliebt? Wenn nicht, und hier musst du ehrlich mit dir selbst sein, ist das ok für dich? Ist es ok eines Tages zu sterben, ohne das Geschenk deines Herzens vollständig gegeben zu haben?

Vor acht oder neun Jahren stellte ich mir genau diese Frage. Und ich entdeckte, wenn ich ganz echt, verletzlich und unkompliziert ehrlich zu mir war, dass es tatsächlich nicht ok für mich ist. Wenn ich eines Tages sterben würde, ohne vollständig geliebt zu haben, wäre das kein gut gelebtes Leben für mich.

Vor vielen Jahren besuchte ich einen der heiligsten Tempel auf Bali. Der Tempel war umgeben von einer großen Mauer mit einem kunstvoll verzierten Eingang. Als wir die Schuhe ausgezogen und uns Tücher um unsere Köpfe gebunden hatten, gingen wir gemeinsam durch diesen Eingang. Innen war ein kurzer Innenhof der zu einem weiteren Eingang führte. Nach weiteren Vorbereitungen, dem Entzünden von Räucherwerk und dem Darbieten von Opfergaben, schritten wir durch den zweiten Eingang. Uns wurde erlaubt, durch ein weiteres Tor zu gehen, doch das war es. Insgesamt gab es zehn Mauern, die die Gottheit in der Mitte umgaben. Hindus durften auch das vierte Tor durchschreiten. Anhänger dieser bestimmten Gottheit durften das fünfte Tor durchschreiten und so weiter. Die einzigen Menschen, denen es erlaubt war, die Gottheit direkt zu erreichen, waren diejenigen, die ihr ganzes Leben der Verehrung dieser einen Gottheit verschrieben hatten. Alle anderen konnten sich der Gottheit ein wenig nähern, ein bisschen der tiefsten Schönheit nähern, aber sie konnten nicht den ganzen Weg ins Zentrum gelangen.

Ich glaube nicht wirklich an die Verehrung von Statuen, doch was ich dort gesehen habe, hat einen wundervollen Symbolcharakter. Denn das Herz einer Frau ist genau so. In der Essenz des Herzens jeder Frau ist das göttliche Weibliche. Es enthält alles, was jemals schön, liebevoll oder inspirierend ist in jeder Frau, überall, zu jeder Zeit. Die absolute Essenz des Herzens einer jeden Frau ist der Gipfel der Weisheit, die höchste Inspiration, die Spitze sexuellen Verlangens, der Höhepunkt beruhigender, heilender Liebe. Der Höhepunkt von allem. Aber es ist beschützt, aus gutem Grund ist es von einer Reihe konzentrischer Mauern umgeben. Um ganz hinein zu gelangen und dich von einer Mauer zur nächsten zu bewegen, ist es notwendig, dass sich deine Fähigkeit zur Hingabe steigert. Und wenn dir dies gelingt, wirst du mit großer Gnade belohnt. Dies ist nichts, über das du verbal mit einer Frau verhandeln kannst. Sie weiß nicht einmal bewusst, wie sie diese Tore selbst öffnen kann. Die Tore öffnen sich magisch und unsichtbar durch den Schlüssel echter Verehrung.

Wenn du außerhalb des äußersten Tores stehst, steht dir, wie vielen unglücklichen Männern auch, lediglich Pornographie zur Verfügung. Für billiges Geld, kannst du ihre Brüste sehen, vielleicht ihre Vagina und du kannst dich selbst stimulieren im traurigen Verlangen nach tiefer Liebe.

Trittst du durch das erste Tor, wird sie ihr äußeres Geschenk auspacken. Sie schaut dich mit einem bestimmten Funkeln in ihren Augen an. Sie wird deine Fragen schüchtern beantworten. Sie wird dir eine leise Ahnung davon geben, dass da noch mehr auf dich wartet.

Trittst du durch ein weiteres Tor und zeigst ihr deine Verbindlichkeit, deine Aufmerksamkeit, und einen Hauch von Verehrung, wird sie dir ihr Herz ein Stück weiter öffnen. Sie wird dir ihre Unsicherheiten mitteilen, ihre Verletzungen und ihre tiefsten Sehnsüchte erzählen. Manche Männer werden sich an diesem Punkt zurückziehen, sie beginnen, die Verantwortung zu spüren und stellen fest, dass der Preis, um das nächste Tor zu durchschreiten, größer ist, als sie zu zahlen bereit sind. Die Wenigen, die durch das nächste Tor gehen, entdecken ihre Loyalität, ihre Bereitschaft, bei dir zu bleiben, was auch immer kommen mag. Sie spüren ihre Bereitschaft, deine Kinder großzuziehen, mit dir im Gespräch zu bleiben. Und wenn du Glück hast, sogar deine schmutzigen Socken dann und wann aufzuheben. Und so geht es immer weiter. Das ist die Quintessenz.

Irgendwo beim vorletzten Tor vor dem innersten Zentrum, lüftet sie den Schleier ihrer Persönlichkeit und zeigt dir, dass sie sowohl ein menschliches Wesen ist, als auch ein Portal in etwas viel Größeres. Sie zeigt dir einen Zorn, der nicht ihr eigener ist, sondern der Zorn aller Frauen. Sie zeigt die eine Geduld die universell ist. Sie zeigt dir ihre Weisheit. An diesem Punkt beginnst du, die weiblichen Archetypen zu erleben, die als Göttinnen oder mythologischen Figuren in allen Kulturen dargestellt sind.

Dann, im innersten Zentrum, im Innersten des Tempels selbst, werden alle Schichten deiner Hingabe gleichzeitig mit Belohnung überflutet. Du entdeckst die Essenz des Weiblichen, und auf eine seltsame Art ist das nicht wirklich romantisch, sondern gleichzeitig zutiefst heilig. Du erkennst, dass du mit jeder Frau an diesen Punkt hättest kommen können, wenn du bereitwillig durch die Abschnitte der Initiation gegangen wärst. Eine Frau ist jede Frau und jede Frau ist gleichzeitig eine Frau. Wenn du eine Frau vollständig liebst, im innersten Kern ihres Wesens, ist dies die eine heilige weibliche Flamme. Das ist es, was jede Frau zu allen Zeiten der Geschichte schön macht. Es ist die Flamme hinter der Mona Lisa, und Dantes Beatrice und ja, genau so Penelope Cruz und Heidi Klum. Du entdeckst die magischen Zutaten, die jeden Mann dazu bringen, sich in eine Frau zu verlieben.

Wenn du lernst wie man der Essenz des Weiblichen auf diese Weise Beachtung schenkt, sinkst du vor Verehrung auf die Knie, Tränen bedecken deine Wangen und deine Kleidung, und du fragst dich, wie du sie jemals, in all ihren Formen auch nur für eine Sekunde für selbstverständlich halten konntest.

Es bleiben nur ein paar kleine Fragen offen. Als erstes, hast du verstanden wovon ich spreche? Kannst du dich dem öffnen? Macht es Sinn? Und zweitens, wenn ja, wie gelangst du von da, wo du jetzt stehst, dahin voll lieben zu können, mit ganzem Herzen? Ich erzähle dir gerne viel mehr davon, wenn wir uns kennen lernen. Hier ein paar Schritte für den Anfang:

Als erstes tue, was auch ich getan habe: Errichte in deinem Schlafzimmer einen Altar für das göttliche Weibliche. Stelle ausschließlich Symbole für das Weibliche dort auf. Ich habe ein Bild von Dante Gabriel Rossetti, dass „die Verkündung“ genannt wird. Google es, du wirst verstehen warum. Ich habe eine Statue von Quan Yin. Bestücke deinen Altar mit allem, was dich an das Weibliche erinnert und verbringe täglich ein paar Minuten mit Verehrung. Ja, Verehrung. Bewunderung. Hingabe. Biete Rosenblätter dar, schenke ihr Gedichte. Biete ihr alles an und bitte darum, dass sie dir ihr Innerstes offenbaren möge. Das bewirkt Wunder, egal ob du Single bist und darauf wartest die richtige Frau zu treffen, oder bereits in einer Beziehung bist und dich danach sehnst, deiner Frau auf einer tieferen Ebene zu begegnen.

Das zweite, einen Anfang zu machen, ist: Praktiziere, deiner Frau oder irgendeiner Frau zehnmal am Tag etwas zu sagen, was du an ihr bewunderst. Mache das zu deiner persönlichen Übung, deiner täglichen Disziplin. „Ich liebe den Duft deines Shampoos“. „Ich liebe die Art wie du lachst“. “Die Farbe deiner Augen ist so wunderschön”. Natürlich solltest du es auch so meinen. Und es sollte angemessen sein. Du kannst dich so weit aus dem Fenster lehnen wie du möchtest, wenn du mit einer Frau in einer Beziehung bist, aber bei jeder anderen Frau respektiere die Grenzen (denke an die Mauern um den Tempel). Deine Ausdrucksweise muss angemessen sein zu dem Tor, an dem du dich befindest. Die Rundungen einer Kassiererin zu bewundern würde mehr an Belästigung grenzen als an Hingabe und Bewunderung.

Natürlich gibt es wesentlich mehr darüber zu sagen. Das ist genug, für den Anfang…

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